GGL leitet formelle Untersuchung gegen ADI Predictstreet wegen Werbung bei FIFA-Weltmeisterschaft ein
Harper Lehmann · Jul 30, 2026

GGL leitet formelle Untersuchung gegen ADI Predictstreet wegen Werbung bei FIFA-Weltmeisterschaft ein

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat eine formelle Untersuchung gegen den Betreiber von Vorhersagemärkten ADI Predictstreet aufgenommen, weil dessen Markenauftritt auf Spielfeldrand-Werbung während der FIFA-Weltmeisterschaftsübertragungen ohne deutsche Glücksspiellizenz erfolgte. Die Behörde prüft, ob es sich dabei um illegale Glücksspielwerbung handelt und ob deutsche Nutzer auf die Plattform zugreifen können. Mögliche Maßnahmen umfassen Unterlassungsverfügungen, während ADI Predictstreet erklärt, den deutschen Markt nicht gezielt anzusprechen und die Sichtbarkeit auf globalen Sponsoring-Vereinbarungen zurückzuführen.
Hintergrund der behördlichen Prüfung
Die GGL eröffnete das Verfahren, nachdem Werbespots und Bandenwerbung von ADI Predictstreet in Übertragungen der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 auffielen, die im Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Experten der Behörde analysieren Aufzeichnungen und Broadcast-Material, um festzustellen, ob die Werbung auf deutsche Zuschauer ausgerichtet war oder ob eine allgemeine internationale Reichweite vorliegt. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Frage, ob die Markenplatzierung als aktive Werbung für ein nicht lizenziertes Angebot gilt und welche Auswirkungen dies auf den Schutz des regulierten Marktes hat.
Details zur Werbekampagne und regulatorischen Anforderungen
ADI Predictstreet hatte Sponsoring-Vereinbarungen mit Veranstaltern und Sendern abgeschlossen, die die Platzierung von Logos auf Spielfeldrändern und in Werbeeinblendungen ermöglichten. Die GGL überprüft nun, ob diese Maßnahmen gegen das deutsche Glücksspielstaatsvertrag verstoßen, der für Werbung eine gültige Lizenz voraussetzt. Behördenvertreter sammeln Daten zu Nutzerzugriffen aus Deutschland und prüfen, ob technische Maßnahmen zur Geoblocking oder Altersverifikation fehlen. Die Untersuchung stützt sich auf Berichte von Überwachungsstellen, die Werbeinhalte während der Live-Übertragungen dokumentierten.

Stellungnahme des Unternehmens
ADI Predictstreet betont in einer offiziellen Erklärung, dass die Kampagne auf globale Partnerschaften zurückgeht und nicht auf den deutschen Markt abzielt. Das Unternehmen weist darauf hin, dass Nutzer aus Deutschland durch IP-Sperren oder andere Mechanismen vom Zugang ausgeschlossen bleiben sollen. Vertreter des Betreibers verweisen auf ähnliche internationale Kampagnen in anderen Ländern und kündigen an, mit der GGL zusammenzuarbeiten, um Missverständnisse zu klären. Die Position des Unternehmens wird in der laufenden Prüfung berücksichtigt, wobei die Behörde weitere Informationen zu Werbeverträgen und Nutzerdaten anfordert.
Mögliche Konsequenzen und Verfahrensablauf
Sollte die GGL Verstöße feststellen, kann sie Unterlassungsverfügungen erlassen und weitere Schritte wie Bußgelder oder Sperrungen einleiten. Das Verfahren folgt den Bestimmungen des Glücksspielstaatsvertrags und sieht eine Frist für Stellungnahmen des Unternehmens vor. Beobachter aus der Branche verfolgen den Fall, weil er die Durchsetzung von Werberichtlinien bei internationalen Sportevents betrifft. Die GGL arbeitet mit anderen Landesbehörden zusammen, um eine einheitliche Bewertung sicherzustellen und Daten zu Nutzeraktivitäten auszuwerten.
Ausblick auf die Entwicklung im Juli 2026
Im Juli 2026, während der laufenden FIFA-Weltmeisterschaft, bleibt die Untersuchung ein zentrales Thema für die Regulierung von Werbung im grenzüberschreitenden Bereich. Die GGL hat angekündigt, weitere Überprüfungen von Broadcast-Material und Nutzerzugriffen durchzuführen. Branchenvertreter beobachten, wie das Verfahren die Praxis globaler Sponsoring-Deals beeinflusst und welche Anpassungen Betreiber vornehmen müssen, um mit deutschen Vorschriften konform zu bleiben. Die Ergebnisse der Prüfung werden voraussichtlich in den kommenden Monaten veröffentlicht.
Conclusion
Die formelle Untersuchung der GGL gegen ADI Predictstreet verdeutlicht die Anforderungen an Werbung für Glücksspielangebote in Deutschland. Das Verfahren prüft die Einhaltung von Lizenzpflichten und den Schutz vor unerlaubten Zugriffen während internationaler Sportübertragungen. Weitere Entwicklungen hängen von den Ergebnissen der Behördenprüfung und der Zusammenarbeit mit dem betroffenen Unternehmen ab.